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Editorial

Guten Tag,

wie in den vergangenen Jahren wird sich das Ruhrgebiet auch 2010 auf der Immobilien- Messe MIPIM in Cannes den internationalen Investoren präsentieren. Unddiesmal kann es nicht nur mit spannenden Projekten aufwarten – die haben andere Regionen auch zu bieten – sondern mit Fakten, die so manchen hellhörig machen dürften: Der Absturz der Immobilien-Märkte ist im Ruhrgebiet vergleichsweise moderat verlaufen und die Leerstandsquote ist noch immer sehr niedrig. Wer in Immobilien im Ruhrgebiet investiert hat, durfte in den vergangenen Jahren nicht von fantastischen Renditen träumen - aber er ist auch nicht böse aus diesen Träumen erwacht. Stabilität und Rendite-Sicherheit zeichnen das Ruhrgebiet aus.

Die Landtagswahl steht vor der Tür. Grund genug, Wirtschaftsministerin Christa Thoben nach der Bilanz ihrer Arbeit zu fragen. Ob sie die wird fortsetzen können, ist mehr als fraglich: Zwei Monate vor dem Wahltermin ist alles offenm in NRW:

Der skandalgeplagten Union brechen in den Umfragen die Stimmen weg, dem Partner FDP droht nach den Berliner Blamagen der Absturz, die SPD scheint sich zu erholen, der Einzug der Linkspartei in den Landtag ist noch nicht sicher und von Schwarz-Grün bis zu einer großen Koalition ist alles möglich.

 

 

Wo steht das Ruhrgebiet? Die Frage stellt der Initiativkreis Ruhrgebiet ab jetzt jährlich mit der Veröffentlichung des Ruhr-2030Index, bei dem wichtige wirtschaft-liche Parameter gemessen werden. Das Ergebnis des ersten Ruhr2030Index ist ernüchternd: Das Revier ist im Vergleich zu anderen Regionen weiter zurückgefallen.

Vor allem die Logistik ist eingebrochen – schlimmer als in anderen Teilen der Republik.

Das Ruhrgebiet bleibt ein Standort mit Schwierigkeiten – aber das macht den Reiz aus: Bayern kann jeder.

Das sah auch Hanns-Ludwig Brauser ähnlich. Der Gründungsgeschäftsführer der Wirtschaftsförderung Metropole Ruhr

GmbH verstarb Anfang März nach kurzer und schwerer Krankheit. Für uns ein Grund, erstmals einen Nachruf zu veröffentlichen.

 

 

Wir hatten seit Bestehen dieses Magazins viel mit Brauser zu tun, haben ihn so oft wie keinen zweiten interviewt.

Mit Hanns-Ludwig Brauser konnte man über das Ruhrgebiet streiten. Man spürte seine Leidenschaft für das Revier. Er wollte diese Region nicht aufgeben und war bereit für sie zu kämpfen. Er wird dem Ruhrgebiet fehlen.